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Wohnhaussanierung "Tschechenring"
Umfassende Sanierung einer denkmalgeschützten Arbeiterwohnanlage (1880) in Felixdorf NÖ
Planung und Umsetzung eines Demoprojektes zur beispielhaften Sanierung denkmalgeschützter Wohnhausanlagen des späten 19. Jhd. oder vergleichbarer Arbeitersiedlungen der 30er Jahre unter besonderer Berücksichtigung energetischer Optimierung, erneuerbarer Energieträger und nachwachsender Rohstoffe.
Title and Synopsis
Reconstruction of residential buildings "Tschechenring"
ecologically reconstruction of monumental-protected residential buildings for workers (1880) in Felixdorf
Planning and realisation of a demonstration project for the exemplary reconstruction of monumental-protected residential buildings of the late 19th century or comparable housing estates of the 30s under consideration of energetic optimization, renewable energy sources and regenerating raw materials.
Beschreibung
Status
laufend
Kurzfassung
Die Wohnhausanlage ist durch ihre zentrale Lage im bestehenden Ortsverband von Felixdorf optimal in die bestehende Infrastruktur eingebunden. Die einzelnen Bauteile umschließen einen großzügig angelegten Grünbereich, der durch seine Fläche und seinen alten Baumbestand ein optimales Mikroklima gewährleistet. Die angeführten Standortfaktoren geben der Wohnhausanlage eine hohe Attraktivität und sprechen für eine hochwertige und zeitgemäße Sanierung des Bestandes.
Auslösend für die Sanierungsentscheidung waren die erforderlichen Erhaltungsarbeiten an der Wohnhausanlage. Die unzeitgemäßen Wohnungsgrundrisse sowie der durchgängige Sub-Standard führten zur Entscheidung des Bauträgers Gemeinde Felixdorf, eine umfassende Sanierung durchzuführen. Entscheidende Rahmenbedingung des Sanierungsvorhabens ist die denkmalgeschützte Gebäudesubstanz, die spezielle, in Teilbereichen aufwendige Maßnahmen und Mehrkosten verursacht. Vor diesem Hintergrund wird vom Bauträger der Versuch gemacht, in Abstimmung mit den Interessen der NÖ Wohnbauförderung, eine ökologisch hochwertige, dem Denkmalschutz und den Erfordernissen zeitgemäßer Wohnbedürfnisse entsprechende Sanierung zu realisieren.
Realisierungszeitraum Oktober 2005 - Juni 2007: Durch den fortgeschrittenen Planungsstand des Sanierungsvorhabens, die Bestandsfreiheit des Blocks A der Wohnhausanlage, die schriftlich zugesagte Neubauförderung des Landes Niederösterreich sowie die Genehmigung und Förderung! der Sanierungsmaßnahmen durch den Denkmalschutz war der Abschluss der Sanierungsarbeiten in Block A bis Juni 2007 möglich. Infolge werden Block B und Block C nach demselben Konzept bis 2011 saniert, abhängig von der Umsiedlung der derzeitigen Bewohnerschaft-
Neben den erforderlichen Vorbereitungsarbeiten, wie Abbrucharbeiten, Rohrgräben, Zuleitungen u.dgl. werden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Flächenerweiterung durch Dachgeschossausbau
- energetische Optimierung der thermischen Hülle (aufwendige Innendämmung aufgrund denkmalgeschützter Fassade)
- Fenstertausch: Einbau von zertifizierten Holzfenstern (U=1,1) gegenüber Kunststofffenstern
- Einbau einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage
- Verwendung von Baustoffen aus nachwachsenden Rohstoffen im Innenausbau
- Errichtung einer für alle Bauteile zentralen Pelletsanlage
Die hohen Anforderungen von Sanierungen im denkmalgeschützten Bereich bzw. von Wohnhausanlagen aus dem späten 19 Jhd. (vergleichbar mit Arbeitersiedlungen der 30er Jahre) erfordern einen neuen Umgang in der Sanierung, um bestehende Qualitäten zu sichern und gleichzeitig einem zeitgemäßen ökologischen Standard und den Bedürfnissen des Wohnungsmarktes gerecht zu werden. Eine der zentralen Herausforderungen dabei ist die Erzielung einer Kostenstruktur, die mit jener von Neubauten konkurrenzfähig ist. Mit der Wahl der Maßnahmen für das gegenständliche Sanierungsvorhaben möchten Antragsteller und Bauträger dieser Herausforderung Rechnung tragen und den Nachweis erbringen, dass ökologisch optimierte, marktkonforme Sanierungen mit vertretbaren Kosten realisierbar sind. Entscheidend dafür sind u.a. die Rahmenbedingungen der jeweiligen Wohnbauförderung, die im diesem Fall durch die Förderzusagen der NÖ Wohnbauförderung eine Realisierung des Projektes ermöglichen. Das im Rahmen des Demovorhabens entwickelte Sanierungskonzept soll in Folge beispielgebend für weitere Vorhaben dieser Art sein. Ein entsprechender Schwerpunkt der NÖ Wohnbauförderung wird angedacht.
Ziele und Ergebnisse
- Deutliche Reduzierung des Energie- und Stoffeinsatzes
- Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energieträger
- Erhöhte und effiziente Nutzung nachwachsender bzw. ökologischer Materialien
- Berücksichtigung sozialer Aspekte und Erhöhung der Lebensqualität
- Vergleichbare Kosten zur herkömmlichen Bauweise und damit hohes Marktpotenzial.
Projektbeteiligte
Antragsteller
Gemeinde Felixdorf
Örtliche Bauaufsicht und Projektleitung
Gemeinnützige Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Wien Süd" - GesmbH
Hr. Ing. Eisenmenger, Fr. Bmst. Ing. Weber
Projekt- und Kooperationspartner
- Bmstr. Ing. Günter Spielmann
stadtbau - DI Georg Tappeiner
Ökologie-Institut - DI Dr. Bernhard Lipp, Ing. Mag. Maria Fellner
IBO
Publikationen
Wohnhaussanierung "Tschechenring"
Umfassende Sanierung einer denkmalgeschützten Arbeiterwohnanlage (1880) in Felixdorf NÖ
Herausgeber: bmvit
Deutsch, 51 Seiten