eco-com.60+ "Neues Wohnen im Alter-ökologisch, gemeinschaftsorientiert und finanzierbar"

Das Forschungsprojekt untersucht die Wohnformen älterer Menschen und soll zur Entwicklung neuer, gemeinschaftlicher Wohnformen für Ältere beitragen. Fragen zum demografischen Wandel und zu ökonomischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit werden untersucht.

Title and Synopsis

eco-com.60+ "Communal living for elderly - ecological, social and economical aspects "

The research project examines different forms of communal living of elderly people and contributes to the development of new, common forms of living for the elderly. Questions concerning demographic change and economic as well as ecologic challenges of our time are dealt with.


Beschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Geringere Pensionen, höhere Lebenshaltungskosten, Kaufkraftverluste, Aktien-Crashes: Die Finanzkrise verunsichert auch ältere Menschen. Werden sie in Zukunft noch gut leben können? Zugleich kommt die Nachricht, dass die Energiepreise für Strom und Gas erhöht werden. Kommen ältere Menschen mit ihren Pensionen dann noch aus? Können sie die Energie- bzw. Betriebskosten noch bezahlen? Die Finanzkrise zwingt auch viele Ältere zum Umdenken und zur Änderung ihrer Wohnsituation. Ökologische und ökonomische Zusammenhänge müssen erkannt und ein neuer Schritt gewagt werden.

Inhalte und Zielsetzungen

In Wien und in ganz Österreich sind ältere Menschen zunehmend bemüht, Alternativen zu herkömmlichen Altersheimen zu finden. Das Motto der Stadt Wien lautet bisher: "Jeder kann in seiner Wohnung bleiben, solange es geht. Mobile Dienste versorgen ihn." Zusammenrücken wäre aber anzustreben. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen sind Wohn- bzw. Hausgemeinschaften vorzuziehen. Möglicherweise sind diese sowohl für den einzelnen, als auch für die Stadt ein Gewinn.

Anlässlich von energetischen Sanierungen bzw. Sockelsanierungen könnten Wohngemeinschaften sukzessive in Altbauten oder in Neubauten eingeplant werden.

In dem Forschungsprojekt soll nun untersucht werden, ob das Leben in Wohn- bzw. Hausgemeinschaften aus bauökologischer, humanökologischer und ökonomischer Sicht wirklich besser wäre und welche tatsächlichen Vorteile festgestellt werden können. Die Einsparung von Zeit, Wegen und Ressourcen soll ebenso geprüft werden, wie der "Mehrwert" (soziales Engagement, Kreativität, lebenslanges Lernen u.a.), der durch das Zusammenleben mit anderen entsteht.

Methodische Vorgehensweise

Es werden Erfahrungen zum Thema aus dem In- und Ausland zusammengetragen und in einem Workshop-1 diskutiert.

In einem weiteren Projektteil ist die Untersuchung folgender Szenarien in einem bestimmten Quartier in Wien geplant:

  1. Leben in eigener Wohnung, allein (Ist-Zustand)
  2. Leben in eigener Wohnung, allein (Szenario 2020 und 2050)
  3. Leben in Wohn- oder Haus-Gemeinschaft (Szenario 2020 und 2050)

Dazu wird eine städtebauliche Bestandsaufnahme des Quartiers erhoben.

Zu A, B und C werden Zahlen, Daten und Fakten hinsichtlich bauökologischer Parameter (bauliche und städtebauliche Nachhaltigkeit) wie Energieeffizienz, Ressourcenverbrauch, Flächenverbrauch, Mobilität, Bauweise, Sanierung oder Neubau etc., hinsichtlich humanökologischer Parameter (soziale Nachhaltigkeit) wie Distanz und Nähe, Leben in Kleingruppen / Nachbarschaften, Kommunikation, gegenseitiges Helfen / Miteinander-Füreinander, gemeinsame Arbeit und Freizeit, Gesundheit und Wohlbefinden etc. sowie hinsichtlich ökonomischer Parameter (finanzielle Nachhaltigkeit) wie individuelle Kosten (Miete, Betriebskosten, Energiekosten etc.), Herstellungskosten (Neubau, Sanierung), volkswirtschaftliche Kosten (CO2-Emissionen/Energieverbrauch, Krankheit/Pflegedienste etc.) erarbeitet.

Die Erfassung von subjektiven und objektiven Eindrücken, die Beschreibung der Vor- und Nachteile wird angestrebt. Ebenso soll die Einführung neuer Zahlsysteme (Tauschgeld, Zeitbanken) überlegt und diskutiert werden.

In einer vergleichenden Analyse werden die Vor- und Nachteile von A, B und C mit Hilfe der oben erwähnten Indikatoren (Lifecycle etc.) dargestellt und wissenschaftlich ausgewertet.

Abschließend erfolgt die Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Präsentation im Workshop-2. Außerdem soll ein Kriterienkatalog (zusammen mit einem Wohnbauträger) als Grundlage für die Umsetzung eines Pilotprojektes erarbeitet werden und die Schaffung einer Agentur als Anlaufstelle für Interessierte angeregt werden.

Erwartete Ergebnisse

Das Forschungsprojekt soll einen Beitrag zur Entwicklung neuer, gemeinschaftlicher Wohnformen für Ältere liefern und dadurch Antworten auf den demografischen Wandel und auf die ökonomischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit geben.


Projektbeteiligte

Projektleiter

Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Ardeshir Mahdavi
Technische Universität Wien, Institut für Architekturwissenschaften

Projekt- und Kooperationspartner

  • Wohnbauvereinigung für Privatangestellte wbv-gpa, Mag. Michael Gehbauer
  • MA 7 - Wissenschaftsfonds, Univ. Prof. Dr. Hubert Ehalt

Kontaktadresse

Technische Universität Wien, Institut für Architekturwissenschaften
Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Ardeshir Mahdavi
Arch. Dipl.-Ing. Freya Brandl
Karlsplatz 13 / E 259-3, A-1041 Wien
Tel.: +43 (1) 58801-27201
Fax: +43 (1) 58801-27299
E-Mail: bpi@tuwien.ac.at


FFG ID: 822187

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