Inhaltsverzeichnis
Kontext Links
- Leitprojekt Innovationsleuchtturm gugler cross media
- Subprojekt 2: Bauen mit recycros
- Subprojekt 3: Recyclingfähig konstruieren
- Subprojekt 5: Ökoeffektives Gebäude
- Subprojekt 6: Integration C2C Produktion
- Subprojekt 7: Integrierte Generalplanung
- Subprojekt 9: Monitoring Gugler
- Übersicht aller Haus der Zukunft Plus Leitprojekte
"gugler! build & print triple zero" - Subprojekt 4: Energiekonzept Gugler
Das Energiekonzept führt den Gewerbebetrieb Gugler im Rahmen der Umnutzung und Erweiterung zum Plusenergiestandard. Wesentliche Maßnahmen sind die konsequente maximale Reduzierung des Nutz- und Endenergiebedarfs, optimale Nutzung vorhandener Prozess-Abwärmen, maximale Ausschöpfung der Energieressourcen vor Ort, gebäudeintegrierte Energieerzeugung, ökologisches Lastmanagement mit umfassenden Response- und Speicher-Techniken.
Title and Synopsis
"gugler! build & print triple zero" - subproject 4: energy concept Gugler
The energy concept leads Gugler in frame of the conversion and expansion of the company towards plus-energy standard. Significant measures are a consequent maximum reduction of the energy demand, optimal utilisation of industrial waste-heat, maximum consumption of on-site energy sources, integrated energy production, ecologic load management with comprehensive response- and storage-techniques.
Beschreibung
Dieses Projekt ist ein Subprojekt des Leitprojekts “gugler! build & print triple zero“
Status
laufend
Kurzfassung
Ausgangssituation/Motivation
Das Projekt "gugler" besteht aus Grundlagenforschung, angewandter experimenteller Entwicklung, integrierter Generalplanung, Gebäudeerrichtung, Monitoring/Optimierung und Dissemination. "Energiekonzept Gugler" erarbeitet für Zu- und Umbau des Druckereibetriebes Gugler ein Gesamtenergiekonzept, das von einer optimierten Gebäudestruktur und -hülle ausgehend über effiziente Anlagentechnik und konsequente Nutzung lokal verfügbarer Energiequellen den Plusenergiestandard sicherstellt und dokumentiert.
Inhalte und Zielsetzungen
Plus-Energie bedeutet dabei, dass der Primärenergieverbrauch des Gebäudes unter der am Gebäude bzw. auf dem Grundstück erzeugten erneuerbaren Energie liegt. Dabei werden im gegenständlichen Projekt alle Anwendungen innerhalb des Gebäudes zur Funktionsgewährleistung (Heizen, Kühlen, Lüftung, Warmwasser, Hilfsenergie) und zusätzlich noch alle Office Anwendungen umfasst (Beleuchtung, Computer, Teeküche, etc.). Die Neubauhülle wird Passivhausstandard aufweisen und der Bestand wird energetisch aufgerüstet. Es werden alle Maßnahmen getroffen, um den Verbrauch zu minimieren. Der Energiebedarf wird teilweise aus der Produktionsabwärme gedeckt werden und zusätzlich aus einer Kombination von Solarenergie, Windenergie und voraussichtlich Grundwasser. Auch die Verwendung eines Druckluftspeichers zur Kurzzeitspeicherung wird untersucht.
Der Stromverbrauch für die Prozessenergie wird in die Erstellung des Plus-Energie-Konzepts miteinbezogen, jedoch nur im Falle wirtschaftlicher Darstellbarkeit auch in dieser Realisierungsphase umgesetzt. Ein wesentlicher Baustein ist die bedarfsgerechte Deckung der in Druckerei und Verwaltung geforderten Energiedienstleistungen. Passivhaustechniken stellen bewährte und annähernd kostenneutrale Maßnahmen dar, die im vorliegenden Fall durch eine druckereispezifische Optimierung ergänzt wird. Diesem Konzept - passive Maßnahmen einem aktiven Energieaufwand vorzuziehen - wird konsequent gefolgt. Der verbleibende Energiebedarf wird soweit möglich aus den vorhandenen Energiequellen im Gebäude (Prozess-Abwärme, Wärme- und Feuchterückgewinnung) und Energieressourcen vor Ort (Sonne, Erdwärme, Nachtkühle, Wind, Wasser) gedeckt. Dazu wird eine detaillierte Erhebung des vorhandenen Potenzials durchgeführt, die insbesondere auch den dynamischen Profilen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit schenkt. Ziel ist ein möglichst hoher Ausnutzungsgrad mit hoher Kosteneffizienz und hohem Gebäudeintegrations-Innovationsgrad.
Methodische Vorgehensweise
Die Verschränkung von Nachfrage und Angebot erfordert neue Konzepte in der Beschreibung des dynamischen Charakters der Energiedienstleistung, des daraus resultierenden Energiebedarfs, dessen Deckung und der verfügbaren anbotsseitigen Energiequellen. Als Plus-Energie-Gebäude wird keineswegs "nur" ein über das Jahr erzieltes energetisches "Plus" interpretiert, sondern eine dynamische Reaktion von Produktionsprozessen und Gebäude auf die zeitliche Variabilität des erneuerbaren Energieangebots, die vor allem Speicher- und Lastmanagement im eigenen Betrieb und Standort anstrebt und damit "Plus-Energie" in möglichst kurzfristigen Zeiträumen realisiert. Die quantitative Darstellung von Angebot und Verbrauch muss je nach Planungsstand in den dafür geeigneten Zeiträumen erfolgen (kurzfristige Schwankungen in Stunden, Tag/Nachtzyklus, Arbeitswoche/Wochenende, Jahreszeiten). Die dynamisch gestützte Bewertung erfolgt anhand des Saldos von Endenergie, nicht erneuerbarer Primärenergie, Treibhauspotenzial und Versauerung.
Von wesentlichem Nutzen ist dabei die Darstellung der konzisen baulichen und produktionstechnischen Antwort auf die starke zeitliche Variabilität des erneuerbaren Energieangebots, die für den konkreten Standort und einen Gewerbebetrieb bauliche, energetische und organisatorische Lösungen formuliert und in seinen Wirkungen dynamisch simuliert, variiert und optimiert. Diese Methoden gehen weit über das aus der Betriebskostenoptimierung bekannte Lastmanagement hinaus und stellen bauliche und gebäudetechnische "Speicher"- und Lastverschiebungstechniken dar, die kosten- oder ökologieoptimiert auf die zeitliche Variabilität des erneuerbaren Energieangebots reagieren.
Erwartete Ergebnisse
Die dynamische Simulation erfolgt für alle relevanten Gebäude-, Anlagen- und Versorgungstechniken. Daraus werden Optimierungsstrategien für die Dimensionierung der Komponenten und insbesondere deren Regelung abgeleitet. Diese umfassenden "Response"-Techniken stellen wesentlich praktische Methoden und Techniken am konkreten Objekt öffentlich zur Verfügung, die für die Erreichung der Klimaschutzziele ebenso wesentlich sind wie für das Fernziel einer Energieautarkie von Betrieben, Regionen und Staaten.
Projektbeteiligte
Projektleiter
Thomas Zelger, Wolfgang Huber, Felix Heisinger
Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie Gmbh
Projekt- und Kooperationspartner
Kontaktadresse
Österreichisches Institut für Baubiologie und -ökologie Gmbh
Thomas Zelger, Wolfgang Huber, Felix Heisinger
Alserbachstraße 5/8
A-1090 Wien
Tel.: +43 (1) 319 20 05-0
E-Mail: ibo@ibo.at
Web: www.ibo.at
