ÖKOBAUNETZ KH - Netzwerk Bauökologie für Krankenanstalten

Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe ist für eine nachhaltige Entwicklung am Gebäudesektor unabdinglich. Schadstofffreie Innenräume, Minimierung der Grauen Energien von Baustoffen und der Gesundheitsbelastung für die Professionisten in der Bauphase sind drei zentrale Aspekte. Zwischen fünf großen Krankenhausbetreibern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz soll ein praxisnaher Erfahrungsaustausch mit Schwerpunkt Materialökologie initiiert und moderiert werden.

Title and Synopsis

Network material ecology for hospitals

The use of sustainable building materials is a key issue for sustainable development of the building sector. Emission free indoor air, minimized embodied energy of construction materials and health risk for construction workers are three main aspects. Between five hospital operators in Austria, Germany and Switzerland a practical exchange of experience focused on material ecology will be initiated and moderated.


Beschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Eine nachhaltige Entwicklung im Gebäudesektor ist ohne Berücksichtigung des Lebenszyklus der Baustoffe nicht möglich. So wurde u.a. in den HdZ-Demonstrationsprojekten S-House, Lehm-Passivbürohaus Tattendorf, Schiestlhaus gezeigt, dass durch optimierte Baustoffauswahl über 80% der "Grauen Energie" eingespart werden kann, eine Energiemenge, die dem Heizenergieverbrauch eines Passivhauses für 130 Jahre entspricht. Aber auch für andere Umweltaspekte wie „Gesunde Raumluft“ oder „Entsorgung von Gebäuden“ spielen Baustoffe eine zentrale Rolle.

Besonders relevant erscheint die Anwendung gesundheitsverträglicher Baustoffe in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Inhalte und Zielsetzungen

Das vorliegende Projekt will die Anwendung nachhaltiger Baustoffe in Krankenhäusern und Pflegeheimen forcieren und so einen Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastungen im Gebäudesektor und zur Realisierung CO2-neutraler Gebäude leisten. An dem Projekt beteiligen sich führende Krankenhausbetreiber aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die als Praxispartner bezeichnet werden: Die Landeskrankenhäuser aus der Steiermark (KAGes), Oberösterreich (GESPAG) und Niederösterreich (Landeskliniken), die Stadt Wien, Kreuzschwestern Wels (OÖ), Uniklinikum Freiburg (Deutschland), Uniklinikum Bern (Schweiz) sowie das internationale Krankenhausnetzwerk "Health Care Without Harm".

Zunächst wird erhoben, über welche Erfahrungen die Praxispartner mit Bauökologie bei Planung, Ausschreibung und Bau verfügen. Weiters wird ermittelt, welche Faktoren bei den Praxispartnern die Umsetzung bauökologischer Grundsätze hemmen oder fördern. Ergänzend werden die Themenfelder Energieeffizienz, erneuerbare Energieträger und Plusenergiegebäude behandelt.

Methodische Vorgehensweise

Dem Projekt liegt die Erfahrung zu Grunde, dass die Praxispartner sich zwar der Bedeutung der Bauökologie bewusst sind und bereits erste Erfahrungen mit der Anwendung entsprechender Baustoffe gemacht haben, dass sie aber noch von einer umfassenden Berücksichtigung bauökologischer Grundsätze teilweise weit entfernt sind. Ein Netzwerk, in dessen Rahmen sich die Praxispartner untereinander und mit den Projektpartnern austauschen, ist ein geeignetes Mittel, um die Praxispartner dabei zu unterstützen, bei ihren Bauvorhaben verstärkt und systematisch bauökologische Grundsätze zu berücksichtigen.

Voneinander lernen und sich in Netzwerken austauschen mit dem Ziel, nachhaltiges Bauen zu fördern, ist ein für die öffentliche Hand relativ neues Instrument. Der Kern des vorliegenden Projekts besteht im Aufbau des Netzwerks "Bauökologie für Krankenanstalten". Dieses soll es den beteiligten Krankenhausbetreibern ermöglichen, ihre Erfahrungen mit nachhaltigen Baustoffen auszutauschen, ihr Wissen über bauökologische Grundsätze zu erweitern, bestehende Instrumente (wie baubook) besser kennen zu lernen, ihren Bedarf an weiteren praxisrelevanten Instrumenten zur Planung, Angebots- und Baustellenüberprüfung zu präzisieren, die Weiterentwicklung der Instrumente zu begleiten und diese in die Bauprozesse zu integrieren. Für den Aufbau des Netzwerks werden u.a. Workshops und Exkursionen durchgeführt. Weiterer Austausch erfolgt auf elektronischem Wege (z. B. E- Projektplattform).

Erwartete Ergebnisse

Im Rahmen des Projekts werden entsprechend dem Bedarf der Praxispartner bestehende Instrumente angepasst und neue entwickelt. Geplant ist beispielsweise die Entwicklung eines Leitfadens zur Überprüfung der auf der Baustelle verwendeten Baustoffe. Die am Netzwerk beteiligten Praxispartner implementieren die für sie aktuell umsetzbaren Instrumente in ihren vorhandenen Strukturen und ermöglichen so, dass die Umsetzung der Bauökologie von der Willensbekundung bis zum fertigen Gebäude stufenweise gelingt.

Um das Bestehen des Netzwerks längerfristig zu sichern, wird es an dauerhafte Initiativen angekoppelt. Hierfür gibt es eine Interessensbekundung durch ein seit über 10 Jahren bestehendes internationales Netzwerk, "Health Care Without Harm", das auch in das vorliegende Projekt miteinbezogen wird. Zudem werden die Ergebnisse durch eine Abschlussveranstaltung, Präsentationen auf Veranstaltungen und Veröffentlichungen verbreitet


Projektbeteiligte

Projektleiter

Dr. Thomas Belazzi
bauXund forschung und beratung gmbh

Projekt- und KooperationspartnerInnen


Kontaktadresse

bauXund forschung und beratung gmbh
Dr. Thomas Belazzi
Ungargasse 64-66/ Stg.4 / 2.Stock
A 1030 Wien
Tel.: +43 (1) 36070-841
Fax: +43 (1) 36070-808
E-Mail: office@bauXund.at
Web: www.bauXund.at


FFG ID: 827173

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