Ökodämm - Grundlagen für die Entwicklung von ökologisch hochwertigen Dämmplattenverbund­systemen auf Basis nachwachsender Rohstoffe

Grundlagen zur Herstellung verputzbarer Fassadendämmplatten aus Flachs und Hanffasern mit ökologisch hochwertigen Bindemitteln und Additiven werden geschaffen. Diese sollen den technischen Anforderungen genügen und die CO2-Bilanz verbessern. Versuche im Labor mit verschiedenen Vlieslegetechnologien sowie unterschiedlichen Zusatzstoffen werden durchgeführt, die in Pilotversuchen auf eine Produktionsanlage übertragen werden. Zur Beurteilung der Proben werden Querzug, Wärmedurchgang und Flammschutz geprüft.

Title and Synopsis

"Ökodämm" Fundamentals on the development of ecological high class insulation composites made from natural plant fibres

Fundamentals on an insulation made from flax and hemp fibres which can be directly pargeted on the outer wall of a building will be developed. Only ecological glues and additives will be utilized to improve the carbon dioxide balance. Variations of the production and the additives will optimize the technical properties. In addition flame proofing and thermal transfer will be tested. After the laboratory tests a prototype finishes the project.


Beschreibung

Status

laufend

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Die Realisierung einer verputzfähigen Dämmplatte setzt trotz der bauphysikalischen Vorteile von Flachsfasern eine höhere Querzugfestigkeit der Dämmvliese voraus, als mit dem derzeitigen Stand der Technik realisiert werden kann. Weitere Herausforderungen in diesem Projekt sind die Substitution ökotoxikologischer Brandschutzsalze und die Entwicklung einer hydrophoben Endbeschichtung aus nachwachsenden Rohstoffen. Dadurch sind mehrere verschiedene Additive auf Basis nachwachsender und mineralischer Rohstoffe notwendig: Die Naturfaservliese hinsichtlich Brand- und Insektenschutz ausrüsten, für die notwendige Hydrophobierung der Fasern sorgen und dabei die Effektivität des Bindemittels nicht beeinträchtigen.

Dabei muss sowohl auf die Kompatibilität aller Komponenten als auch auf die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems geachtet werden, insbesondere hinsichtlich Querzugfestigkeit, Dämmvermögen, Wasserdampfdurchlässigkeit, Brandverhalten, Wasserbeständigkeit, Rohdichte und Verputzfähigkeit. Erleichtert wird die Optimierung der Dämmvliese durch die ausreichende, kommerzielle Verfügbarkeit und Auswahl an Bindemitteln aus nachwachsenden Rohstoffen und ökologisch unbedenklichen Additiven.

Inhalte und Zielsetzungen

Ziel des Projekts ist es, die Grundlagen für die Herstellung von ökologisch unbedenklichen Wärmedämmverbundsystemen aus Naturfasern zu erarbeiten. Verschiedene Herstellungsvarianten einer im Außenbereich einsetzbaren, verputzfähigen Flachs- und Hanffaser-Dämmplatte werden überprüft, wobei die Themenschwerpunkte auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit, der Steigerung der Energieeffizienz und auf dem vollkommenen Verzicht von ökologisch- und toxikologisch bedenklichen Zusatzstoffen liegen.

Die im Zuge dieses Projekts angestrebte Naturfaserdämmplatte erfordert keinen Einsatz eines zusätzlichen Baustoffes, da die Platte direkt verputzfähig sein soll. Mit dieser Dämmtechnik kann aufgrund der Ersparnis von Putzträgerplatten ein höherer Dämmstoffanteil bei gleicher Außenwand-dicke eingesetzt werden, wodurch das Potential der Energieeinsparung besser genutzt wird. Im Vergleich zur konventionellen Außendämmung mit nachwachsenden Rohstoffen (NAWAROs) wird somit bei gleicher Außenwandstärke eine geringe Wärmedurchlässigkeit erreicht.

Methodische Vorgehensweise

Die Lösungsansätze zur Erhöhung der Querzugfestigkeit umfassen die Einbringung und Aktivierung thermoplastischer Biopolymere während des Krempelvorgangs, Optimierung von Leimflotten auf Basis verschiedener Pflanzenstärken und Proteinleime sowie eine mechanische Verfestigung der Dämmvliese. Viele der, auch in ökologischen Dämmstoffen, eingesetzten Flammschutzmittel sind toxikologisch und ökotoxikologisch. Die hier zu überprüfenden Alternativen umfassen Harnstoff, Soda, Aluminiumhydroxid, Magnesiumsulfat, Kaliumhydrogencarbonat, beziehungsweise verschiedene Zusammensetzungen dieser Grundsubstanzen. Für die Entwicklung einer hydrophoben Endbeschichtung werden innovative Produktentwicklungen auf Basis von Naturlatexemulsionen, Naturwachsemulsionen und Naturharzen eingesetzt, wobei insbesondere das Brandverhalten dieser Produkte geprüft werden muss.

Erwartete Ergebnisse

Nach Abschluss dieser Grundlagenstudie werden die Umsetzungsmöglichkeiten der Ergebnisse auf einer Produktionsanlage getestet. Die letzen Versuche werden auch verputzt, um auch diese Eignung ansatzweise zu eruieren. Abschließend erfolgt eine ökonomische Bewertung der Ergebnisse.


Projektbeteiligte

ProjektleiterIn

Universität für Bodenkultur Wien
Interuniversitäres Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln)
Institut für Naturstofftechnik

Projekt- bzw. KooperationspartnerInnen


Kontaktadresse

Universität für Bodenkultur Wien
Interuniversitäres Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) - Institut für Naturstofftechnik
Ass.Prof. Dr. Norbert Mundigler
Konrad-Lorenz-Strasse 20
3430 Tulln
Tel.: +43 (2272) 66280-301
Fax: +43 (2272) 66280-303
E-Mail: norbert.mundigler@boku.ac.at
Web: www.ifa-tulln.ac.at


FFG ID: 827186

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